Archiv: Lyrik

Mein Haus

Um mein Haus sind Strassen, Kreise von Brunnen. Plakatsäulen. / Gemüseläden. Uhrmacher mit Schmuck. Finstere Brunnen. Plakatsäulen. / Polizisten stehn vor Theatern. Die Untergrundbahn stürzt in ihren Köcher. [mehr]

Gedichte

Wieder wandelnd im alten Park, / O! Stille gelb und roter Blumen. / Ihr auch trauert, ihr sanften Götter / Und das herbstliche Gold der Ulme. [mehr]

Herz und Hals

Die Asphaltfläche schimmert feucht. / Wenn Pferdehufe sie beklopfen, / und wenn ein Auto drüberkeucht, / dann spritzen rings die Regentropfen. [mehr]

De profundis: Charite

Auf unserm Aussatz liegen die Laken wie Schnee / — Kühler Schnee deckt die Verruchten der Charité. / Unser Fieber sinnt immer um das eine: / Wir standen auf in einer Nacht, erfüllt / von Angst, dass du uns ewig bliebst verhüllt. [mehr]

[Drei Gedichte]

Auferstehung: Flut, die in Nebeln steigt. Flut, die versinkt. / Winteranfang: Die Alleen sind schon entlaubt. Nebel fliessen. / Sommer: Mein Herz steht bis zum Hals in gelbem Erntelicht wie unter Sommerhimmeln schnittbereites Land. [mehr]

Untergang (an Karl Borromäus Heinrich)

Über den weißen Weiher / Sind die wilden Vögel fortgezogen. / Am Abend weht von unseren Sternen ein eisiger Wind. [mehr]

Vorfrühlingshimmel

Und ich komme, seltsam kühn, / Und als ob ich nicht Ich wäre, / Aus den Winden, Avenuen, / Mehr in das Imaginäre. [mehr]

Nach dem Ball

Die Nacht kriecht in die Keller muffig matt. / Glanzkleider torkeln durch der Straßen Schutt. / Gesichter sind verschimmelt und kaputt. / Kühl brennt der blaue Morgen auf der Stadt. [mehr]

Zwei Gedichte

O der Abend, der in die finsteren Dörfer der Kindheit geht. / Der Weiher unter den Weiden / Füllt sich mit den verpesteten Seufzern der Schwermut. [mehr]

Hinrichtung 1913

Er heult ein Dunkeln. Horch! / Sie kommen. Hui! / Er schwirrt hervor wie eine Fledermaus / Gegen die Wände. Fort! Er will heraus; / Der Geistliche beginnt: „Ich bitte Sie“ — — [mehr]