Archiv: Lyrik

Lied der Sehnsucht des Kuno Kohn

Die Falten des Meeres platzen wie Peitschen auf meiner Haut. / Und die Sterne des Meeres reißen mich auf. / Von schreienden Wunden ist der Abend des Meeres Einsamen. [mehr]

Kurzer Roman

Sie lernte Stenographie. / Er war Engros-Kommis. / Im Speisewagen traf ihn / Ein Blick. Er liebte sie. [mehr]

Vormorgens

Schneeflocken klettern an den Fensterscheiben. / Auf meinem Schreibtisch schläft der Lampenschein; / Und hingestreute Bogen, weiß und rein, / Ich wollte wohl etwas von Versen schreiben. [mehr]

Helian

In den einsamen Stunden des Geistes / Ist es schön, in der Sonne zu gehn / An den gelben Mauern des Sommers hin. / Leise klingen die Schritte im Gras; doch immer schläft / Der Sohn des Pan im grauen Marmor. [mehr]

Abend

Als das viele Licht hinter den Bergen / Tief hinabging in ein fernes Land, / Ward der Abend über mir ganz leicht und weit. [mehr]

Der Gerührte

Ich habe gern verlassen / den lauten Tod der Stadt, / der tausend Fratzen hat, / die gelbe Nacht der Gassen. [mehr]

Erwachen

Noch hängt der Schlaf wie üppiger Brokat / mit schwerer Feuchtigkeit mir von den Flanken. / Verwirrte Träume fragen scheu um Rat / bei dunkeln wunschentbundenen Gedanken. [mehr]

Flimmerndes Mädchen

Als das ganze Zimmer voll Sternen war, / zog sie sich aus; / stand nackend und lachend / mitten drin da / in Sternen. [mehr]

Goldene Sonette

Vertändelt ist das ernste Gold der Garben. / Auf alten Mauern schlafen rote Schlangen, / Die Jagd auf Wanderwild hat angefangen, / Der Tagesabgang schweißt durch Wolkennarben. [mehr]

An meine Schwester

Wo du gehst wird Herbst und Abend, / Blaues Wild, das unter Bäumen tönt, / Einsamer Weiher am Abend. [mehr]