Erich Mühsam ◊ Polizeidiktatur

Es ist weit gekommen mit uns. Der zivilisierte Mitteleuropäer des 20. Jahrhunderts hat das Mittel ersonnen, das ihn zum hörigen Befolger diktatorischer Anweisungen von oben macht: die unbedingte Gewalt der Polizei. [mehr]

Paul Boldt ◊ Hinrichtung 1913

Er heult ein Dunkeln. Horch! / Sie kommen. Hui! / Er schwirrt hervor wie eine Fledermaus / Gegen die Wände. Fort! Er will heraus; / Der Geistliche beginnt: „Ich bitte Sie“ — — [mehr]

Karl Kraus ◊ Von einer Feuerwehr, die sofort erscheint

Es ist schön, daß die Feuerwehr allerorten keine Protektion kennt, sondern Königspaläste ebenso schnell bedient wie die Hütten der Armen. Aber es ist zugleich ein Beweis, wie die Presse, die ihre Kunden auch alle gleich schnell bedient, den Schwachsinn bereits verwöhnt hat. [mehr]

Alfred Lichtenstein ◊ Lied der Sehnsucht des Kuno Kohn

Die Falten des Meeres platzen wie Peitschen auf meiner Haut. / Und die Sterne des Meeres reißen mich auf. / Von schreienden Wunden ist der Abend des Meeres Einsamen. [mehr]

Peter Altenberg ◊ Erlebnis

Ich habe eine Dame kennen gelernt, die mir sehr gefiel, so „neapolitanische Schönheit“, braungelb, zart, mit gerader edelster Nase. Ich war neugierig auf ihr 3½ jähriges Töchterchen. [mehr]

Erich Mühsam ◊ Kurzer Roman

Sie lernte Stenographie. / Er war Engros-Kommis. / Im Speisewagen traf ihn / Ein Blick. Er liebte sie. [mehr]

Karl Kraus ◊ Merkmale der Entspannung

Ein Oberleutnant — aus dem Krieg wird ja doch nichts — säbelt einen Kutscher nieder. Die Fürstin, die im Wagen saß, sagt aus, der Kutscher habe „‚Halt die Goschen, blöder Kerl!‘ in dem gutmütig-groben Ton, den wir gewöhnt sind“, gerufen. [mehr]

Paul Boldt ◊ Vormorgens

Schneeflocken klettern an den Fensterscheiben. / Auf meinem Schreibtisch schläft der Lampenschein; / Und hingestreute Bogen, weiß und rein, / Ich wollte wohl etwas von Versen schreiben. [mehr]

Franz Marc ◊ Ruhende Pferde

Franz Marc, Ruhende Pferde [mehr]

Kurt Tucholsky ◊ Kino

Ick bin dea Kintopp-Willem! / Und komm grad aus dem Fillem! / Denn schließlich ist es keine Schand, / Zu tanzen auf der Leinewand! [mehr]